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Westernreiten
hat seinen Ursprung im Westen Amerikas. Die bekannten Turnier-Disziplinen
gehen auf die Anforderungen der Rancharbeit zurück, verlangen aber natürlich
noch viel mehr an Exaktheit, Losgelassenheit und Gymnastizierung.
CUTTING
Auf allen Turnieren sind die Rinderdisziplinen der Publikumsmagnet. Im
Cutting z.B. hat der Reiter zweieinhalb Minuten Zeit, in eine Rinderherde
hineinzureiten, ein Rind auszusuchen und es schließlich von der Herde
zu trennen (to cut).
Der Reiter darf keine Hilfen mehr geben, wenn das Rind von der Herde abgesondert
ist. Das Pferd muß selbständig wissen, wie es zu arbeiten und sich zu
bewegen hat (Cow Sense). Fast katzenartig gehen die Pferde mit den Bewegungen
des Rindes mit, um zu verhindern, daß es zur Herde zurückläuft.
WORKING COWHORSE
Diese Rinderdisziplin wird in zwei Teilen geritten. In dem ersten Teil
zeigen Pferd und Reiter ihr Können in einer kleinen Reining, also "Trockenarbeit",
im Fachjargon "Dry Work". Im zweiten Teil ist Fence Work verlangt. Ein
Rind muß dabei kontrolliert an der langen Seite der Bahn mindestens einmal
in jede Richtung gegen die Bande gewendet werden. Zum Schluß treibt der
Reiter das Rind in die Bahnmitte, um es dort auf einer Acht zu zirkeln.
Wie beim Cutting muß dies alles innerhalb von zweieinhalb Minuten geschehen.
HALTER
In dieser Disziplin wird das Pferd am Showhalfter vorgestellt. Bewertet
werden das Exterieur und die Bewegung, natürlich mit dem besonderen Augenmerk
auf die typischen Merkmale des
American Quarter Horses.
REINING
Diese Prüfung zeigt viele Elemente aus der Rancharbeit. Zusammengefasst
in einer Pattern (Aufgabe) verlangt diese Prüfung ein sorgsam ausgebildetes
Pferd. Spektakulär sind dabei der Sliding Stop - eine über einige Meter
gleitende Vollbremsung auf der Hinterhand aus vollem Galopp -, schnelle
Spins - mehrere 360° Wendungen auf der Hinterhand - oder auch Rollbacks
- 180° Wendungen auf der Hinterhand. Das Pferd darf trotz der schnellen
Abfolge der einzelnen Manöver nie die Nerven verlieren. Es muß immer einen
ruhigen und ausgeglichenen Eindruck machen. Die Reining wird fast ausschließlich
im Galopp geritten und gehört sicher zu den anspruchvollsten Prüfungen
im Westernreitsport.
TRAIL
Im Trail zeigt sich besonders deutlich, ob das Ziel, einen selbständig
denkenden Partner Pferd zu reiten, erreicht wurde. In einem Parcours müssen
verschiedene, geländeartige Hindernisse überwunden werden. Z.B. ist eine
Brücke aufgestellt, die vorsichtig aber willig durchquert werden sollte.
Ein Tor ist zu öffnen und nachdem es durchschritten ist, wieder zu schließen.
Scheinbar kunterbunt am Boden liegende Stangen, die man sich als Unterholz
vorstellen kann, müssen ohne Berührung überquert werden. Ein gut ausgebildetes
Trailpferd nähert sich jedem Hindernis vorsichtig aber sehr aufmerksam,
um die Aufgabe dann prüfend aber ohne zu zögern auszuführen.
WESTERN
PLEASURE
Hier zeigen Pferd und Reiter innerhalb einer Gruppenprüfung, daß es ein
Vergnügen ist, in den drei Grundgangarten am losen Zügel bequem zu reiten.
Beurteilt werden die Pferde nach ihren für die Pleasure typischen Gangarten
Walk, Jog und Lope und ihre Bereitschaft, willig und schnell den unsichtbaren
Hilfen des Reiters zu folgen. Für die Zuschauer wirkt diese Prüfung meist
sehr mühelos, da sie sehr leicht aussieht. Sie verlangt aber von Pferd
und Reiter ein Höchstmaß an Konzentration.
WESTERN
RIDING
In dieser Prüfung wird ein absolut durchlässiges Pferd verlangt, das mit
seinem Reiter ohne Anstrengung die unterschiedlichsten Anforderungen erfüllt.
Vielseitigkeit, Manier und Vertrauen sind Voraussetzungen, um den einzelnen
Anfordernissen gerecht zu werden. Wichtig für die Bewertung sind die Reitqualität,
die sich wie in der Pleasure durch unsichtbare Hilfen und fließende Übergänge
zeigt, wie im Trail viel Geschick erfordert und die zahlreichen Galoppwechsel,
die punktgenau geritten werden müssen.
SHOWMANSHIP AT HALTER
Hier wird das Pferd am Showhalfter vorgeführt - allerdings wird der Vorsteller
bewertet und nicht das Pferd. Mit einer kleinen Führaufgabe soll er zeigen,
daß er sein Pferd korrekt präsentieren kann. Das Gesamterscheinungsbild
entscheidet, denn der Richter achtet auf vorschriftsmäßige Kleidung, ein
besonders gepflegtes, gut trainiertes Pferd, das sich optimal aufstellt
und präsentiert.
WESTERN
HORSEMANSHIP
Eine Prüfung, in der vor allem die Leistung des Reiters beurteilt wird,
seine Haltung, der Sitz, die Hilfengebung. Geritten wird in zwei Teilen.
In einer Einzelaufgabe wird in den drei Grundgangarten punktgenaues Reiten
verlangt. Dann zeigen sich Pferd und Reiter in einer Prüfung, die der
Western Pleasure ähnelt. Auch wenn beim Western Horsemanship der Reiter
in der Bewertung absolut im Vordergrund steht, bleibt natürlich der Gesamteindruck
nicht unberücksichtigt.
HUNTER UNDER SADDLE und HUNTER HACK
Zwei Disziplinen, die die Zuschauer immer wieder in Erstaunen versetzen.
Die American Quarter Horses werden mit englischem Sattel und Zäumung vorgestellt,
die Reiter müssen in entsprechender Kleidung erscheinen. Hunter Under
Saddle verlangt ähnlich wie in der Western Pleasure die drei Grundgangarten
Walk, Trot und Canter, allerdings in erhöhtem Tempo. Der Reiter soll ein
leicht zu reitendes Pferd mit ausgreifenden Gängen vorführen. In der Klasse
Hunter Hack sind außerdem zwei Sprünge
zu absolvieren.
BARREL RACE und POLE BENDING
Hier kommt es auf Geschwindigkeit an. Im Barrel Race müssen die Reiter
nach einem fliegenden Start drei Tonnen und im Pole Bending im Slalom
möglichst eng zahlreiche Stangen umreiten.
PLEASURE DRIVING
Eine Disziplin, die man noch nicht so häufig in Deutschland sieht, die
aber immer mehr Anhänger findet. Zum Pleasure Driving wird das American
Quarter Horse vor einen kleinen Wagen (Pleasure Cart) gespannt und in
verschiedenen Gangarten (Walk, Park Gait und Road Gait) präsentiert.
DIVISION
Die Reiter starten in drei Divisionen: Youth, Amateure
und Open. Die Bezeichnung Junior und Senior dagegen beziehen sich
auf das Alter des Pferdes. In den Junior-Klassen starten drei- bis fünfjährige
Pferde, in den Senior-Prüfungen Pferde ab einem Alter von sechs Jahren
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