LIVESTYLE - OUTDOOR
 

Branding bei Driskill

Mein Wecker war noch in der verloren gegangenen Tasche auf der Reise, weswegen ich Luca bat, mich zu wecken. Obwohl er erst um viertel vor sechs an meine Tür klopfte schafften wir es, relativ pünktlich unsere gesattelten Pferde zu verladen und zu unserem Nachbarn Driskoll zu fahren, um ihm beim Branding zu helfen.
Kurz nach sieben erreichten wir die Ranch am Fuße des Devils Tower und ritten auf eine benachbarte Weide, um eine Herde mit etwa zweihundert Kühen und ihren Kälbern zusammenzutreiben und zu den Korrals zu bringen.Nachdem die Viecher in Kälberherde und Mamaherde getrennt waren, ging es ans Brennen und Impfen. Wie letztes Jahr wurde auch diesmal zum Glück nicht kastriert, da der Rancher der Meinung war, dass die Kälber besser als Bullen aufwuchsen, sie sollten erst im Herbst kastriert werden. Es waren viele Helfer da, drei Männer ritten in den winzigen Korral und fingen die Kälber mit ihren Lassos, während bis zu vier Teams zu je zwei Leuten bereit standen, um die Kälber festzuhalten, damit gebrannt, geimpft und markiert werden konnte. Ich hielt mich solange zurück, bis ich sah dass ein Kalb herausgezogen wurde, ohne dass zwei Mann bereitstanden, um es entgegen zu nehmen, also stürzte ich mich auch in den Dreck. Schliesslich konnte sich auch Karen nicht mehr drücken, und fortan sah man uns mit Kälbern wresteln, bis ich den angenehmeren Job bekam, die Viecherl zu impfen. Angenehm, weil ich mich dafür nicht mehr in den Dreck schmeissen musste, aber dafür musste ich nun jedes Kalb einmal "besuchen". Zum impfen wurde die Haut unter einem Vorderbein etwas angehoben und der Stich unter die Haut gesetzt. Wenn das Kalb dabei zappelte konnte es schon mal vorkommen, dass ich mich selbst piekste, einmal ging mir die Nadel voll in eine Ader am Handgelenk, was sie mir mit viel Blut und einem riesigen blauen Flecken dankte, der tagelang mein Handgelenk zierte.

Ich juxte mit Odgen, dem Rancher, herum, der mich wahrscheinlich im letzten Jahr, als ich nur fotografiert hatte, kaum bemerkt hatte. Beim Essen nachher am Ranchhaus meinte er dann: "Letztes Jahr hast du nur fotografiert, dieses Jahr schon geimpft, nächstes Jahr fängst Du die Kälber mit dem Lasso?"
"Klar!"  - ich würde jetzt wohl üben müssen ...

Die ganze Zeit schlarwenzelte eine Herde Japaner mit Fotoapperaten um uns herum, die ein Franzose mitgebracht hatte. Stumm und freundlich schossen sie auf alles was sich bewegte, und die "echten" Cowboys beömmelten sich darüber, dass nur die Touris wie Cowboys aussahen und fotografiert wurden, da sie selbst statt Cowboyhut nur Käppis trugen.

Als letztets wurde ein Pferd gebrannt, dem wegen der dünneren Haut nur ganz kurz das Brandeisen aufgedrückt wurde, während der Brand bei den Kälbern bis zu zehn  Sekunden dauerte.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen beschlossen wir nicht zur Ranch zurück zu fahren, sondern zu reiten. Also brachen wir auf zu einem wunderschönen dreieinhalbstunden-Ritt rund um den Devils Tower.

Longhorns am Devils Tower
Longhorns vor dem Devils Tower

  
  
Round up
Zusammentrieb der Herde
Ropen des Kalbes
Luca beim ropen der Kälber

Heike beim Impfen
Heike beim Impfen

Branding
Odgen beim Brennen. Kulisse: Devils Tower 

Branding a horse
Brennen eines Pferdes

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© Texte u. Bilder mit freundlicher Genehmigung von Heike Wünsch-Bohl - www. waywest.de