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Wickenburg,
Arizona - Rodeo
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Ranch-Alltag:
Kaffee kochen, Hunde füttern (das übersprang ich,
die taten zwar so, als ob sie seit Tagen nichts mehr zu fressen
bekommen hätten, aber ihre Näpfe waren noch randvoll),
Kaffee trinken, Pferde füttern.
Nachdem
mein armer Chevy gestern abend mit einem Ford verwechselt
worden war, verpasste ich ihm zumindest eine Heckwäsche
- erstaunlich, aber die Holme oberhalb der Ladeklappe waren
in Wirklichkeit weiß ...
Ich
trödelte bis halb zwölf herum - höchste Zeit
um zum Rodeo aufzubrechen!
Acht Dollar knöpften die mir ab - für ein Dorf-Turnier.
Dafür konnte ich mich dann mit meinem Truck hinstellen,
wo ich wollte - ich wählte den Parkplatz, wo die Teilnehmer
ihre Trailer parkten. Und verbrachte dann auch das ganze Rodeo
(das ging drei Stunden lang) in dem Bereich, in dem die Reiter
einritten oder einige Meter dahinter am Zaun - die Zuschauertribüne
ließ ich ausser Acht.

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Mit
einigen Minuten Verspätung begann das Rodeo. Einritt der
Fahnenreiter, Nationalhymne, Dank an die Sponsoren.

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Erste
Disziplin war dann "Bare back riding" - eine
der beiden Diszplinen, ein buckelndes Pferd zu reiten. "Bare
back" bedeutet, dass das Pferd ungesattelt ist, es trägt
auch kein Kopfstück. Um bei dieser Disziplin zu siegen
reicht es übrigens nicht aus, einfach nur die acht Sekunden
auf dem Pferderücken zu verbringen, es gibt auch Regeln,
nach denen Punkte gesammelt werden. Die höchste Punktzahl
gewinnt.
Zur Disqualifikation führen drei Fehler: vor den acht
Sekunden runterfallen; das Pferd mit der freien Hand berühren
(der Reiter darf sich nur mit einer Hand an einem Strick festhalten);
beim Verlassen der Startbox die Füße nicht oberhalb
der Schultern des Pferdes haben. Punkte werden gesammelt,
wenn man das Glück hat, ein besonders verquer buckelndes
Pferd zu haben (jede Wendung und die Höhe eines Bucklers
werden gewertet). Diese "Glück" kann/soll der
Reiter noch unterstützen, indem er dem Pferd zusätzlich
die Sporen gibt ...
Übrigens - nein, tierfreundlich ist dieser Sport sicherlich
nicht (wie kaum ein Sport mit Pferden!), aber der Riemen,
der dem Pferd kurz vor den Flanken umgebunden wird, ist stark
gepolstert und fügt dem Tier offensichtlich weniger Schmerzen
als vielmehr ein kitzelndes Gefühl zu, dem es durch Buckeln
auszuweichen sucht. Und buckeln tut daraufhin auch nicht jedes
Pferd - diese Pferde sind dafür regelrecht ausgebildet
worden. Sogesehen haben sie kein schlechtes Leben - ein- oder
zweimal die Woche acht Sekunden lang arbeiten ...
  
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Breakaway
Calf Roping.
Eine
reine Frauendisziplin: das Kalb rennt los, das Cowgirl muss
es mit dem Lasso fangen. Diese Disziplin gibt es auch für
Männer, der Cowboy muss aber dem Kalb nach dem Einfangen
auch noch die Beine zusammenbinden (wurde auf diesem Rodeo
nicht gezeigt). Diese Arbeit bleibt den Cowgirls erspart.

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Barrel
Racing.Frauendisziplin.
Drei Tonnen werden im Dreieck aufgestellt und müssen
so schnell wie möglich umritten werden, wobei die ersten
beiden Tonnen jeweils einmal umkreist werden - eine sehr enge
und sehr schnelle Wendung! Wenn eine Tonne dabei umfällt
kassiert die Reiterin fünf Strafsekunden.
 
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Bullriding.
Offensichtlich
eine sehr beliebte Disziplin in Wickenburg, es gab unzählige
Starter, von denen aber nur drei überhaupt in die Wertung
kamen, den Rest haute es schon vor den mindestens verlangten
acht Sekunden vom Bullen. Die Regeln entsprechen denen des
"bronc ridings" (Pferde).
Die Aufgabe des Clowns ist es, den Bullen abzulenken, wenn
der Reiter herunterfällt - die Viecher neigen nämlich
dazu, ihren Piesacker anzugreifen, sobald er am Boden liegt.
Auch die Bullen machen, wie die Pferde, diesen Job "hauptberuflich".
Sie werden als junge Bullen ausprobiert, und wenn sie fleissig
buckeln, haben sie den Job. Wenn nicht - tja, dann werden
sie eben Hamburger.
Ein Bulle war dabei, der angeblich noch nie geritten wurde
(soll heißen: acht Sekunden lang). Fünfzig Cowboys
hätte er schon abgeworfen - und der Einundfünfzigste
fiel heute auch.
 
 
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Teamroping.
Zwei
Cowboys versuchen einen Stier mit Lassos zu fangen. Der eine
roped die Hörner, der andere die Hinterbeine des Stieres.
Mit "Stier" meine ich engl. "steer" -
das ist im Prinzip ein junger Ochse. Roping steers werden
teilweise speziell gezüchtet, zumindest aber speziell
eingekauft - sie müssen schöne, große Hörner
haben. Da sie "wiederverwendet" werden, bekommen
sie einen Hornschutz umgebunden, der sie ein wenig wie Boxer
aussehen läßt. Normalerweise wird ein Rind auch
dann nicht verletzt, wenn es ohne diesen Schutz an den Hörnern
geroped wird - vielleicht hat hier tatsächlich mal der
Tierschutz eine Auflage gemacht.
Ich kenne diese Disziplin als Teamsport für zwei Cowboys
- hier wurden die Teams immer wieder gemixt, ich glaube, sie
traten als Vierergruppen an (?!). Es gab auch "Mixed"
- einige Frauen machten mit.

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| Das
wars - vier Uhr, das Rodeo war vorbei. Auch wenn es nur ein
"Dorf-Rodeo" war - den Eintritt war es allemal wert, da mir
keiner verbot, direkt am Geschehen zu stehen und 'zig Fotos
zu schießen. |
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© Texte
u. Bilder mit freundlicher Genehmigung von Heike
Wünsch-Bohl - www. waywest.de
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