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    PFERDEZAHNGESUNDHEIT UND PFERDEZAHNBEHANDLUNG
   
Pferdedentalpraktiker Was ist das? Hinweise auf mögliche Zahnprobleme
Vorsorge
Pferdezahnbehandlung Gestern u. Heute Zahnerkrankungen

Ernährung

Ursachen für Pferdezahnerkrankungen

Mögliche Rittigkeitsprobleme

Anatomie/ Physioligie
Die Wolfszähne

Vorsorge und vorbeugende Untersuchungen

VorsorgeuntersuchungÄhnlich der planmäßigen Schulzahnüberwachung sollte auch das Pferdegebiss regelmäßig kontrolliert werden, um Veränderungen an den Zähnen frühzeitig zu erfassen und auch zu behandeln, womit dem Pferd auch einige Schmerzen erspart bleiben könnten. Die prophylaktische Zahnkontrolle gehört, wie auch die regelmäßige Impfung und Entwurmung des Pferdes, zur Pflicht eines jeden Pferdehalters!

Wann sollte die Zahnbetreuung beginnen?
Fohlen sollten gleich nach der Geburt auf Überoder Unterbiss kontrolliert werden, da der dann in schweren Fällen durch kieferorthopädische Maßnahmen mit ca. 2 Monaten korrigiert werden kann.

Wie oft sollte ihr Pferd kontrolliert werden?
Mit 1-1½ Jahren lässt sich dann der Wolfszahn, der ja etwa mit 9 Monaten kommt, am besten ziehen. Zwischen 2 und 5 Jahren sollten die Untersuchungen halbjährlich durchgeführt werden, da man den Zahnwechsel genau beobachten muss und evtl. festsitzende Milchzähne oder deren Teile entfernen kann, bevor sie Schäden am bleibenden Gebiss anrichten.

Danach genügt bei normalem Gebiss eine jährliche, bei Abnormitäten aber weitere halbjährliche Kontrollen.

Wenn man vor hat zu züchten, sollte die Kontrolle am besten vor dem Decken stattfinden, da eine evtl. notwendige Sedation dann weniger belastend ist und die Stute mit optimaler Futterauswertung in die Trächtigkeit gehen kann. Voraussetzung ist auch eine wirksame Tetanusimpfung!

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Fütterung gesunder Pferde

So natürlich wie möglich, d.h. Gras, Heu und Stroh. Als Kraftfutter ist Hafer am besten verwertbar, nach Untersuchungen aus Hannover, die Schale von Gerste ist schon zu hart und unterscheidet sich in der Verdaulichkeit kaum vom Mais. Mais wird in den USA gefüttert, weil er dort am meisten angebaut wird. Pferde, die ausschließlich mit Maiskörnern als Kraftfutter gefüttert wurden, haben mit 20 Jahren ihren ältesten Zahn, das ist der erste Molare abgerieben. Abgesehen davon wird die Maisstärke vom Pferd nicht so gut verwertet, es gelangt in den Dickdarm und kann dort Geschwüre verursachen!


Ernährung von alten Pferden
Nicht immer kann durch eine entsprechende Korrektur der Zähne, die Futteraufnahme befriedigend wieder hergestellt werden. Manchmal kann die Wickelkauerei, Gewichtsverlust oder lange Fasern im Kot dadurch verhindert werden, dass man Grummetheu füttert oder normales Heu und auch das Kraftfutter einweicht!

Wenn das nicht hilft:
Pro 100 kg Körpergewicht maximal 1,5 kg Heucops Trockengewicht (z.B. Pre-Alpin der Fa. Agrobs, über Raiffeisen zu beziehen) und maximal 0,5 kg Kraftfutter-Pellets (z.B. Ringgalopp Kombi) eingeweicht in feuchtkrümeliger Konsistenz und auf mindestens 4 Mahlzeiten am Tag verteilt. Sonst entstehen bei alten Pferden starke Schwankungen des Insulinspiegels.

Beim alten Pferd ist nicht nur die Kaukapazität eingeschränkt, sondern auch die Speichelsekretion, Magensäure und Bauchspeicheldrüsenaktivität können verringert sein. Deshalb: Heucops immer frisch einweichen!

Im Winter als zusätzlicher Energieträger ist Pflanzenöl bis zu 300 ml/Tag möglich langsam angewöhnen. Evtl. das Wasser lauwarm aus einem Eimer anbieten.

Anders als Junge Pferde, brauchen alte Pferde weniger Calcium, dafür aber mehr Eiweiß und Phosphat (Ca:P kleiner als 2:1) sowie Vitamin A, E und C.

Der tägliche Bedarf bei einem 500 kg schweren Pferd:

  • Calcium ca. 25 g
  • Phosphor ca. 15 g
  • Vit. A ca. 174 000 I.E.
  • Vit. E 5000 mg
  • Vit. C 50 g.
  • Selen 2 mg
  • Zink 500 mg

Der Eiweißanteil im Futter kann auf 14 % ansteigen, dabei sind Mais (aufbereitet und erhitzt), Hirse und Lein bessere Proteinlieferanten für alte Pferde als Hafer und Trockenschnitzel.

Im allgemeinen kommt man aber mit geringeren Mengen an Heucobs und Pettets aus als oben angegeben, vor allem wenn die Pferde auch noch Heu und Stroh knabbern, was man auf jeden Fall wegen der Beschäftigung anbieten sollte, auch wenn sie sich damit nicht mehr satt fressen können.

Wasser muss Pferden jederzeit zugänglich sein, sonst ist das Kolikrisiko und das Risiko einer Schlundverstopfung erhöht!

Um Futteransammlungen in der Maulhöhle zu vermeiden, sollte diese regelmäßig mit Wasser ausgespült werden.

Bei plötzlichem Temperaturabfall oder nasskaltem Wetter brauchen magere Pferde eine Decke. Ohne isolierende Fettschicht verbraucht der Erhalt der Körperkerntemperatur durch Muskelzittern oder Bewegung zuviel Energie.

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© Texte u. Bilder mit freundlicher Genehmigung von Angela Cavazzini, Pferdedentalpraktikerin nach IGFP und Tierheilpraktikerin