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Hinweise
auf mögliche Zahnprobleme
Etwa
93% aller Pferde weisen scharfe Zahnkanten oder andere Zahnerkrankungen
auf. (nach einer Studie von Dr. E. Becker an über 30 000 Pferden)
Jede Störung
der Futteraufnahme, die nicht durch eine andere Erkrankung erklärbar
ist, lenkt den Verdacht auf ein Zahnleiden. Besonders bei Pferden werden
Zahnkrankheiten häufig übersehen oder erst sehr spät bemerkt,
weil gerade die hintersten Backenzähne für eine Untersuchung
schwer zugänglich sind. Infolge unserer heutigen Haltung sind Zahnkrankheiten
beim Pferd ebenso häufig wie beim Menschen. Infolge der Haltungsbedingungen
ist es zu einer Änderung der Futteraufnahme und wahrscheinlich deshalb
auch zu einer starken Zunahme von Zahnerkrankungen gekommen.
Hierbei ist
besonders auf folgende Symptome zu achten:
- große
Mengen herausfallendes Futter
- viel Futter
ins Maul nehmen
- schlechter
Atem
- das Heu
wird vor dem Kraftfutter gefressen
- Futter
in die Backen packen
- Wickel
kauen
- Änderung
im Saufverhalten
- abnormales
Kauen
- Kopfschiefhalten
beim Kauen
- Zähne
wetzen
- hängende
Unterlippe
- Verletzungen
der Zunge
- schlechte
Laune
- Gewichtsverlust
- stumpfes
Fell
- verzögerter
Fellwechsel
- Schwierigkeiten
beim Auftrensen
- Kopfscheue
- plötzliche
Änderung in der Rittigkeit
- nicht
durchs Genick gehen
- Verwerfen
- Probleme
in der Stellung
- Steigen
- Kopfschlagen
- Nase auf
die Brust nehmen
- Gebiss
nicht annehmen
- Asymmetrie
des Gesichts
- Beulen
oder Schwellungen am Gesicht, Kiefer oder Kehlkopfgegend
- Ausfluss
aus der Nase, Auge und Ohr, auch einseitig
- Blutungen
aus dem Maul
- Schlundverstopfung
- Kolik
- Dauerkoliker
- lange
Fasern im Kot
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Welche
Zahnprobleme können auftreten?
- Scharfe
Kanten an den Backenzähnen
- u lange
Schneidezähne
- Keine
gerade Linie zwischen den Schneidezähnen
- Wolfszähne,
blinde Wolfszähne
- Zahnfleischentzündung
- Entzündung
des Gaumens, Geschwüre, Wunden
- Zahnstein
- Verlorene
oder abgebrochene Zähne
- Durchbrechende
oder blinde Hengstzähne
- Überzählige
Zähne
- Haken
häufig am ersten oder letzten Backenzahn, durch Verschiebung von
Oberund Unterkiefer gegeneinander
- Lose oder
faule Zähne
- Knochenauftreibungen
an der Lade
- Wellen
oder Stufen in der Kaufläche
- Über
oder Unterbiss
- Unregelmäßigkeiten
im Zahnwechsel
- Milchzahnsplitter
oder Milchzahnreste
- Dornen
oder Holzsplitter
- Mangelnde
Kaukapazität
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Mögliche
Rittigkeitsprobleme
- Schwierigkeiten
beim Auftrensen
- Kopfscheue
- Plötzliche
Änderung in der Rittigkeit
- nicht
durchs Genick gehen
- Verwerfen
- Probleme
in der Stellung
- Steigen
- Kopfschlagen
- Nase auf
die Brust nehmen
- Gebiss
nicht annehmen
- gegen
das Gebiss gehen
- das Pferd
geht auf einer Hand massiv schlechter
- plötzliches
Zusammenzucken oder andere heftige Reaktionen beim Aufnehmen der Zügel
Man sollte
nach einer Zahnbehandlung nicht erwarten am nächsten Tag ein Pferd
unter sich zu haben, mit dem man ab sofort ein Turnier gewinnt oder das
von nun an alle reiterlichen Probleme auf wundersame Weise der Vergangenheit
angehören.
Man kann
allerdings davon ausgehen, dass die Ursache für Rittigkeitsproblematiken
dann kaum noch von den Zähnen kommen kann. Berücksichtigt werden
sollte auch, das das optimale Behandlungsergebnis bis zu 6 Wochen auf
sich warten lassen kann.
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Wolfszähne
Wolfszähne
sind keinen Fall mit den Hengstzähnen zu verwechseln!
Sie
sind Rudimente, also Überbleibsel aus der Entwicklungszeit der Pferde.
Als das Pferd noch 7 Zähne pro Backenzahnreihe hatte, statt wie das
heutige Pferd 6.
Der Wolfszahn
sitzt meist im Oberkiefer, seltener auch im Unterkiefer vor den ersten
Backenzähnen und trägt die Bezeichnung _05 oder P1. Er ist,
im Verhältnis zu den übrigen Zähnen des Pferdes, eher klein
und sitzt in etwa da, wo das Trensengebiss bei anstehendem Zügel
anliegt.
Wolfzähne
kommen bei etwa 60 % aller männlichen und weiblichen Tieren vor.
Wolfszähne
verursachen beim Reiten und Fahren mit Trensengebiss fast immer Probleme
und sollten möglichst noch vor dem ersten Trensenkontakt entfernt
werden!
Durch ihre
geringe Nervenund Gefäßversorgung sind sie relativ leicht zu
entfernen.
Wolfszähne
zählen zu den Prämolaren (Milchzähnen) und können
in allen möglichen Variationen vorkommen:
- auf beiden
Seiten oben (oft)
- auf beiden
Seiten unten (selten)
- alle 4
können gleichzeitig vorkommen (äußerst selten)
- einzeln
(oft)
- blind
(direkt unter dem Zahnfleisch oft)
- oder auch
paarweise pro Seite (äußerst selten)
Blinde Wolfszähne
liegen dicht unter dem Zahnfleisch, sind somit nicht durch das Zahnfleisch
durchgebrochen. Sie verursachen die meisten Probleme, da die Nerven direkt
über den Zahn laufen und ständig Druck von unten bekommen. Wenn
dann auch noch ein Trensengebiss drauf drückt, kann das bei vielen
Pferden wie in Stromschlag im Maul wirken.
Symptome
die auf mögliche Wolfszähne hinweisen sind:
- Kopfschlagen
- Durchgehen
- Steigen
- Zunge
über das Gebiss legen
- seitliches
herausschieben der Zunge
- nach vorn
schieben des Trensengebisses
- hinter
dem Zügel gehen, das Pferd nimmt selbst die Nase auf die Brust
- plötzliche
Reaktionen ohne ersichtlichen Grund
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© Texte
u. Bilder mit freundlicher Genehmigung von Angela
Cavazzini, Pferdedentalpraktikerin nach IGFP und Tierheilpraktikerin
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